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Antonio Colaianni
Il Casale
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Zwei Gehminuten vom Bahnhof Wetzikon entfernt hat 2003 eines der originellsten Restaurants im Zürcher Oberland seine Tore geöffnet: «Il Casale», italienisch das Gehöft. Untergebracht ist es im Parterre eines unter Denkmalschutz stehenden Backsteingebäudes, das einst landwirtschaftlichen Zwecken diente. Es enthält ein Bistro, einen Gourmetteil und eine Zigarrenlounge. Klassisch-modern und mit viel Gespür für dezent eingesetzte edle Materialien wurde umgebaut und eingerichtet. Schnörkellos und präzis ist die Architektursprache, und eine ähnlich klare Handschrift prägt die Gerichte, die aufgetischt werden. Angerichtet hat sie Maestro Antonio Colaianni zusammen mit seiner jungen Kochtruppe. Der süditalienische Fussballfan verkörpert Italianita par excellence, doch wenn er spricht, verblüfft er durch breites Berndeutsch.
Colaianni ist in Bern als Kind von Einwanderern aus Lecce aufgewachsen. Nach der Ausbildung zum Koch hat er in verschiedenen Küchen der Schweiz und Europas seine Erfahrungen gesammelt. Wichtige Stationen waren das «Al Portone» in Lugano bei Roberto Galizzi. Seine grösste Herausforderung aber war «Le Gavroche» in London, das erste Restaurant Grossbritanniens mit drei Michelin-Sternen. „Das waren 18-Stunden-Tage“, erinnert sich Colaianni an sein Jahr auf der Insel, „aber ich habe so viel gelernt wie in vier Jahren irgendwo in der Schweiz“.
Im Schloss-Restaurant Rapperswil erarbeitete er sich dann als Küchenchef innerhalb von drei Jahren seine Gault Millau»-Punkte und einen Stern im «Guide Michelin» – eine Blitzkarriere, wie sie nur fanatischen Talenten gelingt. Die hohen Ansprüche, denen er auf seiner Wanderschaft genügen musste, stellt er heute auch an seine Angestellten – und in erster Linie noch immer an sich selbst.
Das Zürcher Oberland ist ländlich strukturiert, und einen abgehobenen Gourmettempel wollte Colaianni nicht führen. Dass Spitzenküche auch volkstümlich sein kann, beweist er im Bistrobereich des Restaurants. Dort kann jeder Mann und jede Frau gemütlich sitzen und eine ausgesuchte Kleinigkeit essen.
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