|
|
Didi Bruna
Restaurant Didi’s Frieden
Zurück
Dieter Bruna, von seinen Freunden Didi genannt, ist über Mövenpick nach Zürich gekommen. In Frankfurt hat der Deutsche, mit einer ausgezeichnet kochenden böhmischen Grossmutter, bei der Schweizer Gastrokette seine Lehre gemacht. In Zürich begann er seine Stationen in der Brasserie Lipps, in der renommierten Kronenhalle, zog weiter ins Zunfthaus zum Rüden und nahm dann seine erste Chefstelle in der neu eröffneten Blauen Ente an. Das Haus im Zürcher Seefeld wurde schnell zum In-Treffpunkt der Stadt.
Mit Freund René Zimmermann konzipierte er die Neueröffnung des Zunfthauses am Neumarkt. Doch schon bald erreichte ihn das Angebot, sein erstes eigenes Lokal zu übernehmen. «Didi’s» nannte er sein kleines Lokal in einem Zürcher Aussenquartier. Jetzt endlich ohne fremde Bestimmung einfach kochen nach Didi’s Art. Und bei Bruna war und ist noch heute alles Bio. Keine Hochleistungsschweine, sondern Wollsäuli, keine Leber von gestopften Gänsen, die schmeckt auch bei Freilandfedervieh, keine vom Aussterben bedrohten Fische, der Fischer vom Zürichsee bringt sie doch frischer ins Haus und auch keine Erdbeeren im Winter, saisongerecht ist nachhaltiger! Der Erfolg war riesig, die Küche zu klein, die Arbeit zu zeitintensiv, die Einnahmen bestimmt durch die Grösse des Restaurants: sehr, sehr beschränkt, die Miete dafür ortsgerecht stolz! Die Einsicht siegte, Didi gab auf. Er war frei für neue Projekte.
Doch es kam anders: Zu Ostern im Jahr 2003, als er mit seinem Motorrad durch Zürich fuhr, verweigerte ihm ein Autofahrer den Vortritt. Er verletzte sich beide Beine so schwer, dass er über ein Jahr lang brauchte, um wieder zu gehen: «Die Ärzte rieten mir, den Beruf an den Nagel zu hängen. Sie gingen davon aus, dass ich nicht mehr mehrere Stunden aneinander stehen könnte.» Für Didi Bruna war aber klar, dass er nichts an den Nagel hängen würde und schon gar nicht seine Leidenschaft, das Kochen.
Nach seiner Genesung, folgte ein Engagement im Hotel Rössli, wo er an fünf Abenden die Woche für jeweils 20 Personen kochte: «Dies war der ideale Ort, um mich wieder an die Arbeit im Stehen zu gewöhnen.»
Nun hat der Spitzenkoch «seinen Frieden» gefunden, wie einige seiner Freunde, an der Eröffnungsparty des Restaurant Frieden im Jahr 2006 meinten. «Es macht mir riesigen Spass, ich habe ein tolles Team und ein perfektes Umfeld. Wer hätte nach meinem Horrorunfall gedacht, dass ich wieder auf diesem hohen Niveau mithalten kann…»
Die drei Freunde Didi Bruna, Peter Schnaibel und Jann Hoffmann kochen am WeltWeinFestival gemeinsam das Menu für die Schlussparty. Das «Gemeinsam» soll zeigen, dass sie sich auf ihren beruflichen Stationen schon mehrmals begegnet sind, als Chef, Souschef, als Partner. Alle drei betonen, dass sie in diesen Begegnungen vieles voneinander und miteinander lernen konnten und deshalb mit dem Menu zur Schlussparty eben das «Gemeinsame» in den Vordergrund rücken wollen.
|