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Jann M. Hoffmann

Restaurant Café BOY

Zürich / Schweiz
www.cafeboy.ch


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Das Café Boy im ehemaligen Zürcher Arbeiterquartier Sihlfeld war zu Zeiten des Faschismus Hort der aktiven Schweizer Linken. Die 1917 ins Leben gerufene Genossenschaft «Proletarische Jugend» plante und baute das Doppelgebäude an der Ecke Sihlfeld- /Kochstrasse. 70 Franken betrug das Startkapital – das «Wohnheim Sihlfeld» wurde innert zwei Jahren realisiert. Der Bau gilt heute als schützenswert, so auch der Schriftzug an der Fassade.

1934 öffnete darin das Café Boy seine Türen. Die linken Denker fanden hier Versammlungsräume, ein Restaurant und Werkstätten – alles öffentlich. Die Genossenschaft von damals wurde erneuert und heisst heute «bonlieu Genossenschaft für Wohnen und Kultur».

Über viele Wirren und Wechsel im Laufe der Jahre ist aus der ehemaligen «Politküche» eine trendige Gourmetküche geworden. Zu verdanken ist dies den beiden Erfolgsgastronomen Jann Hoffmann und Stefan Iseli, die seit Anfang 2010 ihre Gäste in diesem traditionsreichen Lokal bewirten. Von der Phi-losophie ist die ökologische Nachhaltigkeit geblieben. Mit grossem Bewusstsein verwenden die beiden Gastronomen in ihrem Lokal fast ausschliesslich naturnah produzierte Produkte. Ihnen ist es Anliegen, ihre Produzenten zu kennen, zu wissen, was sie ihren Gästen weitergeben.

Jann Hoffmann, der Koch und Stefan Iseli, Gastgeber und Sommelier haben sich vor fast einem Jahrzehnt im Restaurant Taggenberg in Winterthur kennen gelernt. Oft träumten die beiden vom gemein-samen Lokal, doch vorerst gingen sie getrennte Wege.

Jann Hoffmann zog es nach dem Taggenberg in die weite Welt, hatte er doch seine Zeit als Koch seit seiner Ausbildung fast ausschliesslich in der Schweiz verbracht. Nach der Kellnerlehre im Steigenberger Belvedere in Davos, schloss er seine Kochlehrzeit im Hubli’s Landhaus, auch in seiner Heimat Davos, an. Es folgten Stationen im Parkhaus Vitznau oder eine Sommersaison in Siena. Doch meist zur Wintersaison zog’s den Davoser in seine Berge zurück. Dann, nach 2 Jahren Souschef im Taggenberg also, hinaus in die Welt nach Australien. Im folgenden Jahr blühte Jann auf, war begeistert von der Offenheit der Menschen und der Vielfalt an Möglichkeiten im fernen Land. Alle grossen Küchenstile der Welt in einer Stadt, in einem Land. Seine Pläne zu bleiben wurden immer realer, doch ein Telefonanruf seines Freundes Stefan holte ihn zurück nach Zürich, die beiden begannen ihr erstes eigenes Projekt im Zentraleck.
Und jetzt seit 2010 das Café BOY. Wenige der zahlreichen Gäste dürften sich bewusst sein, in welch geschichtsträchtigem Lokal sie geniessen.

Die drei Freunde Didi Bruna, Peter Schnaibel und Jann Hoffmann kochen am WeltWeinFestival gemeinsam das Menu für die Schlussparty. Das «Gemeinsam» soll zeigen, dass sie sich auf ihren beruf-lichen Stationen schon mehrmals begegnet sind, als Chef, Souschef, als Partner. Alle drei betonen, dass sie in diesen Begegnungen vieles voneinander und miteinander lernen konnten und deshalb mit dem Menu zur Schlussparty eben das «Gemeinsame» in den Vordergrund rücken wollen.