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Mas Amiel

Frankreich

Region:
Rebfläche:
Inhaber:
Kellermeister:
Oenologe:

Roussillon
155 ha
Olivier Decelle.
Stéphan Gallet
Stéphane Derenoncourt

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Von seinem Terroir und seiner Grösse her ist Mas Amiel das bedeutendste Weingut im Roussillon und seit zehn Jahren im Besitz des Bordelaiser Olivier Decelle. In dieser Zeit hat es eine tiefgreifende Neuorientierung erfahren.

Es war Liebe auf den ersten Blick, als Olivier Decelle 1999 Mas Amiel besuchte und erwarb. Das über 200 Hektar grosse Gut war damals wie ein langsam sinkendes altes Luxusschiff. 12.000 Hektoliter alte Weine lagerten in gewaltigen Holzfudern im Keller, die Kellerausrüstung war nicht mehr zeitgemäss und die Weinberge langsam am Verkommen. Sollte Mas Amiel gerettet werden, brauchte es jemanden wie Decelle, jemanden mit Mut, Weitsicht, Geschäftssinn und Millionen.

In den letzten 10 Jahren durchlief Mas Amiel verschiedene Phasen. Darauf bedacht, das Potenzial des herausragenden Schieferterroirs von Maury auszuschöpfen, engagierte Decelle den anerkannten Bio-dynamiker Francois Bouchet als Berater sowie den jungen von der nördlichen Rhône kommenden Stéphan Gallet als Gutsleiter. Doch Bouchets Methoden erwiesen sich als problematisch. Das radikal angewandte Pflügen trennte die Oberflächenwurzeln der alten Rebstöcke ab und nahm ihnen damit die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen. Das Einsäen von Gründünger schaffte zu viel Konkurrenz und hatte eine sichtbare Schwächung der Reben zur Folge. Bei oft starkem Wind, extremer Trockenheit und sommerlicher Hitze muss im Weinberg eben alles getan werden, um dem Wassermangel entgegen zu wirken. Die Ausbringung von Tausenden von Tonnen Kompost sorgte mit der Zeit für ausreichend Nahrung und aktives Bodenleben.

Deutlich wird die Umorientierung bei den trockenen Rotweinen sichtbar. Die Begegnung mit Stépha-ne Derenoncourt, den Decelle inzwischen als Berater engagiert hat, bestärkte ihn darin, bei der Lese eine frischere Frucht anzustreben und beim Ausbau durch die Reduzierung des Neuholzes das Terroir stärker zum Ausdruck zu bringen. Dies gilt sowohl für die alten Grenache-, Carignan als auch die ju-gen Syrahtrauben, die vorwiegend aus einer Parzelle stammen, die Decelle als Experiment mit 10.000 Stöcken pro Hektar bepflanzen liess. «Heute lesen wir früher», erläuterte Decelle. «Wir suchen das Aroma der Pflaume, nicht das der Backpflaume, und wir sind weniger darauf aus, an kraftvollem An-satz zu gewinnen, sondern an Länge und Finesse.»

Diese Neuorientierung stellt die trockenen Weine von Mas Amiel jetzt in eine Reihe mit denen, der von Gérard und Lionel Gauby und Hervé Bizeul angeführten jungen Garde der Region.
Bei den Vins Doux Naturels unterscheidet Decelle drei Kategorien. Grosser Beliebtheit erfreuen sich die reduktiv ausgebauten Vintages, die nach zehn Monaten im Edelstahltank abgefüllt werden und die Frucht des Grenache mit grosser Intensität zum Ausdruck bringen, auch hier mit mehr Frische als frü-her. Dann folgen die in kleinen Gebinden ausgebauten Vintages wie der grandiose «Charles Dupuy», bei dem Decelle jetzt den Neuholzanteil ebenfalls auf 20% reduziert hat. Neu kreiert hat er einen sozu-sagen «late bottled vintage», den er vier Jahre in 600-Liter-Fässern ausbaut und der noch jugendliche Kraft mit grosser Komplexität vereint.
Daneben gibt es auch noch die traditionellen, oxidativ gereiften Maurys, die ihren Werdegang ein Jahr lang in Glasballons unter freiem Himmel beginnen, um dann 10, 15, 20 und mehr Jahre in grossen Fudern zu reifen. Die aktuell angebotenen Jahrgänge zählen stets zu den weltbesten Weinen dieser mit Tawnies vergleichbaren Kategorie.

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