|
|
Tenuta Montepeloso
Italien
 |
Region:
Rebfläche:
Inhaber:
Kellermeister:
Web:
|
Suvereto / Toskana
22 ha
Fabio Chiarelotto
Fabio Chiarelotto
www.montepeloso.it
|
Zurück
Montepeloso liegt nahe beim mittelalterlichen Städtchen Suvereto, unweit der toskanischen Küste. Die Gegend ist besser bekannt als Alta Maremma. Rebbau wurde in Suvereto schon immer betrieben, doch erst seit Anfang der 90iger Jahre wurde das Augenmerk auch nach und nach auf die Qualität der Weine gelegt. Bald schon machte Suvereto dem nahe gelegenen und berühmteren Bolgheri die Vorherrschaft streitig.
Der heute 48-jährige Fabio Chiarelotto hat norditalienische Vorfahren. Seine Grosseltern waren Parfum-Fabrikanten in Mailand, betrieben aber auch in Olten ein Geschäft. Im Zweiten Weltkrieg übersiedelte die Familie in die Schweiz. Sein Vater begann mit italienischen Comestible-Produkten zu handeln: Wurst- und Teigwaren und natürlich Wein. «Weinmässig» also durchaus vorbelastet, studierte Fabio später Geschichte in Zürich und Paris.
Bis Ende der 90er Jahre verdiente er sein Geld auf dem Sekretariat einer Gewerkschaft in Zürich und investierte seine restliche Zeit in Geschichte des Voodoo-Kultes und alte Citroëns. Doch dieses gemütliche Zürcher Intellektuellen-Leben endete 1999 von einem Tag auf den andern.
Er kaufte zusammen mit einem Bekannten das kleine, aber feine Weingut Montepeloso, eine typische Garagen-Winery mit damals 6,5 Hektar Reben. Und zog gleich selber in die Maremma, um als Autodidakt die Gutsleitung zu übernehmen. Heute weiss er, dass er damals richtig gepokert hat.
Das Terroir im Tal bei Suvereto, vier Kilometer vom Meer entfernt, zwischen dem fruchtigen Schwemmlandboden in der Ebene und den kargen Talflanken ist perfekt für grossartige Weine. Nicht unbedingt nur für den Sangiovese, sondern vor allem für den Montepulciano, den Einwanderer aus den Abruzzen schon vor Generationen hierher gebracht hatten. Aber auch Cabernet Sauvignon und Alicante Bouschet gelingen prächtig. So ist Fabio’s «Gabbro», ein reinsortiger Cabernet Sauvignon, heute der Referenzwein, mit dem das Gut international in die höchste Cabernet-Liga vorstiess.
Sein Herzblut aber investiert der Winzer in den «Nardo», (Sangiovese, Montepulciano und Cabernet), seinen völlig eigenständigen, mediterranen Maremma-Wein. Als Gutswein wird der «Eneo», eine Assemblage aus Montepulciano, Sangiovese, Marselan und Alicante Bouschet vinifiziert.
Die Lese erfolgt in den frühen Morgenstunden ausschließlich per Hand, um möglichst viel Frische und Säure zu erhalten. Die Arbeitsweise auf Montepeloso orientiert sich sowohl im Weinberg als auch im Keller an biologischen Grundsätzen. Vergoren wird mit eigenen Hefen in offenen Bottichen oder offenen Barriques. Beim anschliessenden Ausbau finden ausschliesslich Fässer französischer Küfereien Verwendung.
Seit 2007 beteiligt sich der Schweizer Investor Silvio Denz, bereits Besitzer von Château Faugères in Bordeaux an Montepeloso. Damit steht der Weiterentwicklung dieses Prestige-Projektes nichts mehr im Wege. Die Rebberge werden in Kürze die angestrebte Fläche von 22 Hektar erreicht haben, eine neue Kellerei wurde gebaut und damit das Leben der Patrons etwas mehr «Italianità» bekam, wurde für ihn ein altes Bauernhaus renoviert. In kurzer Zeit wurde Montepeloso zu einem Vorzeigegut und ist mittlerweile mit zahlreichen Top-Bewertungen in der qualitativen Spitze der toskanischen Weinlandschaft etabliert
Doch was die Weine anbelangt, stösst der absolute „Qualitätsspinner“ Fabio trotz dieser Investitionen ganz einfach an Grenzen, denn viel besser können sie beim besten Willen nicht mehr werden!
|